Das Systembrett

Das Systembrett in seiner ursprünglichen Form kann man sich vorstellen wie ein unbedrucktes hölzernes Spielbrett und einer Handvoll Spielfiguren unterschiedlicher Farben, Formen und Größen. Die Figuren symbolisieren Menschen aus bestimmten "sozialen Systemen": Ein "soziales System" kann die Familie sein, die Menschen, mit denen man beruflich zu tun hat, Freunde, Freundeskreise, Vereine, Personen aus der Schule der Kinder, etc. Durch das Aufstellen der Figuren am Systembrett bekommt man ein anschauliches Bild einer bestimmten Situation vor Augen geführt und kann dies als erkenntnisreiches Werkzeug benutzen, um ein Anliegen zu bearbeiten....

Mit dem Systembrett Probleme analysieren

Wie funktioniert das?

Oft, aber nicht immer, beginnt die ratsuchende Person damit, eine Figur auszuwählen, die sie selbst repräsentiert, und platziert diese auf dem Brett. Dann wählt sie weitere  Figuren aus, die jene Menschen repräsentieren, die sie als Teil ihres Problems sieht, und platziert diese ebenfalls auf dem Brett. Unterschiedliche Farben und Größen helfen dabei, die Figuren zu unterscheiden, aber auch zu charakterisieren. Bedrohliche oder mächtige Personen werden bspw. durch größere Figuren dargestellt, eine Person mit wenig Einfluss hingegen durch eine kleinere. 


Die Positionen auf dem Brett, die Abstände der Figuren zueinander, die Frage, ob es Cluster gibt, ob jemand zwischen zwei Figuren(-gruppen) steht, ob es Unsicherheiten bei der Aufstellung der Figuren gibt, etc. - all das gibt Aufschluss über das soziale System. Ein einfaches Beispiel: Eine von der aufstellenden Person als "nahe stehend" bezeichnete Figur wird mit einigem Abstand positioniert. Aus diesem Widerspruch drängt sich die Frage auf: "Warum steht eine als nahe-stehend bezeichnete Person so weit weg?" Darauf könnte es dann eine Vielzahl an Antworten geben, wie zum Beispiel: "Sie arbeitet in Übersee." Oder: "Ich sehe sie seltener als mir lieb ist." Oder: "Sie geht seit 2 Wochen auf Distanz zu mir." Oder: "Das ist eine gute Frage, ich habe sie dort 

hingestellt, ohne wirklich zu wissen, warum. Das ist tatsächlich ein Widerspruch, der mich zum Denken anregt." (Woraufhin weitere Fragen von mir folgen könnten - oder auch nicht - , das ergibt sich jedesmal aus dem Prozess und ist abhängig von einer Vielzahl an Faktoren.)

So beginnt sich das soziale System, Figur für Figur, auf dem Brett abzubilden. Auch Überschneidungen von verschiedenen "Systemen" lassen sich gut abbilden, wie zum Beispiel Familie und Arbeitsplatz. Anhand von Verschiebungen ("Lassen Sie uns diese Figur doch mal hier hin stellen!") lassen sich "Was-wäre-wenn-Hypothesen" ableiten, oder spielerisch ausprobieren, wie sich bei verschiedenen Annahmen das System ändern würde. Zum Beispiel: "Wie würden die Figuren stehen, wenn sich dieser Mitarbeiter nicht weigern würde, mit jener Mitarbeiterin zu kooperieren."

Im geschützten Vier-Augen-Gespräch können Sie so in aller Ruhe Problemsituationen von außen analysieren und zur Auflösung vorbereiten. In manchen Fällen löst sich ein Problem oder Konflikt sogar bereits während der Arbeit mit dem Systembrett. Denn jedes Problem ist immer (auch) ein Problem in uns selbst.

Meister des Sysembretts

"Das Systembrett und ich, das war Liebe auf den ersten Blick. Es war eine Schicksalsbegegnung. Ich hatte das Glück und die Ehre, von einem der großen Systembrett-Experten, Wolfgang Polt, aus nächster Nähe lernen zu dürfen. Es war eigentlich nur ein einziger Fachvortrag, bei dem ich die Quintessenz vermittelt bekam. Ich saß in der ersten Reihe, zwei Meter vom Vortragenden entfernt. Mein Blick war jede Sekunde des Abends vollkommen auf ihn fixiert - ich war selten von einem Vortrag so gefesselt -, und ich habe es nicht verabsäumt, jedes Wort und jede Geste sprichwörtlich aufzusaugen.

Wolfgang Polt hat dem Fachpublikum das Wesentliche dargelegt und anhand einiger Details veranschaulicht, wie es funktioniert. Ich habe den Vortrag wie verzaubert verlassen. Es hat einfach "eingeschlagen". Kombiniert mit meiner Erfahrung aus der personenzentrierten Beratung wurden das Systembrett und ich ab der ersten Sekunde ein tolles Paar. Egal in welcher Umgebung, egal mit welchen Figuren oder Gegenständen, egal ob auf einem Brett, auf dem Tisch oder dreidimensional im Raum verteilt, egal was, egal wie, ich stelle mit meinen KlientInnen so gut wie alles auf. Soziale Systeme, Beziehungen, Gedanken, Gefühle, Dinge, unterschiedliche Perspektiven einer Situation, das Innere Team, etc.
Lassen Sie sich überraschen, was das "Systembrett" Ihnen zu sagen hat!"